Grossbritannien 2011
"England" das Land von Robin Hood, König Artus, Nessi und Harry Potter !
Sagen umwobenes Land der Küsten, Wälder und Seen, der Berge und Wiesen, der Weiden und Flüsse. Wer Grossbritannien schon bereiste weiss wie schön es dort ist. Allen Vorurteilen zum Trotz, das Wetter ist besser als sein Ruf !
Es zog uns zum xten-Mal wieder über den Kanal, das heisst unten durch. Nichts einfacher als das. Nach Jahren der Fährüberfahrten, die doch mit Ein- und Ausladen Zeit brauchen, aber sicher ihren Reiz haben, ist der "Channel-Tunnel" die schnellere Lösung. Man kommt sich vor wie am Flughafen. Einchecken an der Säule (wie die Autobahnzahlstellen in Italien oder Frankreich, vorteilhafter mit bereits gebuchtem Ticket !) fährt man auf das Bahnhofareal. Riesig das Areal das folgt. Nach wenigen Metern nach der Säule ist man am Zoll. Die Briten wollen ja bereits in Frankreich schon wissen wer auf ihre Insel will.
Es folgt die Sprengstoffkontrolle des Wageninneren und evtl. die Unterbodenkontrolle des Wagens.
Hier würde dann sicherlich, mit britischer Höflichkeit ALLES gefunden werden. Denn auch Bello ist vor Ort um evtl. seine Nase zu gebrauchen.
Sollte dies jedoch nicht zutreffen, ist es eine Sache von ca. 15- 20 Minuten und man ist auf dem Areal und fast schon drüben. Steht noch Zeit vor dem Boarding des Wagens zur Verfügung, kann man sich noch im Bahnhofterminal verpflegen etc. Ab dann fährt es sich via rot/grün geregelten Verkehrsampeln bis ans Perron und in den Zug hinein.
Anders als bei Lötschberg und CO sind hier die Zugwagen vollkommen geschlossen, auch untereinander, der Sicherheit wegen. Man fährt also hinein in die untere oder obere Ebene, je nach Fahrzeugart und Höhe und fährt vor bis man/frau von einem ZugbegleiterIn zum anhalten aufgefordert wird.
Open your windows, handbreak ON and first gear, please - thank you !
5 Minuten später, der Zug ist voll, fährt er in 35 Minuten unten durch. Alle Schotten öffnen sich und man/frau fährt vom Zug als wäre nichts gewesen, hinauf auf die Auto-Überführung, über alle ca. 20 oder so - Geleise hinweg, hinunter und DIREKT auf die M20 (Motorway). Man kann somit in etwa 3/4 bis einer Stunde bereits in Grossbritannien sein, wenigstens als lieber Bube und Mädchen.
ENGLAND - DU HAST UNS WIEDER !!
Die erste Woche
So fuhren wir nun Richtung Norden bis an die schottische Grenze bei Carlisle, dort links weg bis nach Stranrear ans Meer. Hier wohnten wir eine Woche lang in einem gemieteten Cottage und besichtigten die Region. Es ist grün bis an den Rand der Klippen, Sandstrände wie in Italien, Berge (ja nicht so hoch wie unsere) dafür grün bis auf 800m. Fallende Wasserfälle, Wälder und Bäume hoch hinauf, wilde Rhododendren - ganze Hänge weit. Wir besichtigen englische Gärten, alte verfallene Abteien und Burgen, Leuchttürme an der Küste und viele nette Dörfer. Auch wandern ist angesagt, es ist nicht alles per Strasse oder Weg erreichbar. Aber bei diesem Wetter, herrlich. Die Woche ging schnell vorbei und geregnet hat es einen Tag. An dem, als wir in den Norden fuhren, der Rest der Woche schien die Sonne. Klar war das Wetter kühl, aber wie wir gehört haben, soll es hier nicht besser gewesen sein.
Die zweite Woche
Am Samstag reisen wir wieder ab und fahren in den Lake District. Hier unser zweites Cottage. Der Lake Distrikt, eine Mischung aus Emmental, der Zentralschweiz mit den Seen - nur einige mehr und viel Wald.
Nebst dem Umrunden des Lake Windemere und Coniston Water spazieren am See entlang, besichtigen alte Kirchen und Stone Circles aus der Zeit um 2000 v. Chr. Nicht nur der berühmte Stonehenge in Südengland ist erstaunlich, auch dieser auf einer Hügelkuppe in der Nähe von Keswick ist erstaunlich ! Rundherum eingekesselt von Bergen, die zur Zeit im Nebel und den Wolken sind, ist es eine spezielle Stimmung. Das James Bond Motor Museum in Keswick ist leider geschlossen, so machen wir einen Städtchenbummel.
Es beginnt zu regnen und die Woche ist durchzogen, aber meist trocken und dann wieder sonnig und wolkenlos als wäre es nie anders gewesen.
Für eine Bootstour im Motorboot auf einem der Seen reicht die Zeit nicht mehr, aber es ist ja nicht die letzte Englandreise.
Aber zwei "Pässe" müssen noch sein. Der erste von Ambleside ans Meer über den Hardknottpass. Er ist nicht hoch, aber er hat es in bezug auf Steigungen und Gefälle in sich. Bis 30% !
Wir Schweizer sind damit ja fast aufgewachsen. So muss uns die 2x2 Meter grosse Warntafel am Eingang zum Pass nicht schrecken.
"VORSICHT - starke Steigungen, enge Kurven, passieren schwierig etc." Also auf gehts und schon ist ein Tourist, oder ist es evtl. ein Eingeborener, vor uns. Nein, ein Eingeborener wohl kaum, denn schon nach der ersten Steigung raucht die Kupplung ! Also ein Tourist oder ein evtl. Engländer aus dem Flachland. So überhole ich ihn so bald es geht, so habe ich das Problem hinter und nicht vor mir. Es steigt und steigt, ich frage mich, ob dieser Pass doch noch höher als 800 müM ist. Aber es kommt, die Strasse ist noch immer rechts und links davon mit Wald oder hohen Feldmauern gesäumt, noch schlimmer. Stillstand an einer kleinen Kreuzung. Winkend kommt uns ein Mann entgegen der, die Strasse fällt ab, einer Autolenkerin den Weg weist. Das heisst, er zeigt ihr, wie nah sie noch an die Mauer könnte, um an uns vorbei zu kommen. Nun gut, die Distanz zur Mauer ist noch gut ein halber Meter, weil sie aber kaum über den Lenkradrand und aus der Scheibe sieht, klappts nicht wirklich. Hinter ihr mind. 10 andere Fahrzeuge, in welchen evtl. FahrerInnen sitzen, die den Verstand schon lange verloren haben. Anscheinend hat die Lady die Tafel auf der anderen Seite des Passes nicht gesehen ! Hinter mir ist nun auch Stau. Auch hier haben sich mittlerweile ca. 7 Fahrzeuge inkl. einem 14Plätzer Touristenbus angesammelt, die nun einfach da stehen und nicht weiter können. Solange es noch geht und ich zurück kann rolle ich an die Mauer, es sind nun noch vom linken Spiegel zur Mauer ca. 5cm. Einige geben auf und fahren rückwätrs zurück und brechen, so scheint es die Passtour ab, andere versuchen rückwärts in die kleine Abbiegung zu gelangen, um so Platz für die "Lady" zu machen. Nach knapp einer halben Stunde ist die "Lady", ich wäre bald abgestiegen und hätte ihren Peugeot selbst gefahren, an allen vorbei und die folgende Armada zieht nach.
Gott sei Dank sind wir nun zu vorderst und können uns hoffentlich ohne weitere "Ladie's" auf zum Pass machen, hinter uns ist nun nur noch ein Pkw, in dem der Lenker wohl auch fahren kann. Er folgt uns jedenfalls in gutem Abstand. Diverse Passing places kommen und wir haben immer Schwein und es sind nicht mehr als 2 Fahrzeuge die kommen, dem mehr hätten auf den Ausweichstellen auch nicht Platz. So geht die Strasse Kurve um Kurve, dann eine Haarnadelkurve und die Steigung von 20 - 25 % hoch zum Pass. Leider ist das Wetter neblig geworden und man sieht nicht viel, aber schön ist es trotzdem. Von weitem, man sieht der Passstrasse wie auf dem Urnerboden entlang, dass ein WOHNMOBIL herunter fährt !
Ich frage mich ernsthaft, wie der diese Steigung und die Krurven geschafft hat. So bleiben wir noch eine Weile auf der Ausweichstelle und warten ab, bis unser lieber Urlauber-Nachbar aus Deutschalnd an uns vorbei ist.
Wir fahren, um nicht vom drohenden Regen überrascht zu werden, weiter über den Pass und ins Tal hinunter Richtung Meer und Ravenglass.
Das Gefälle ist nur schon fast extrem und Kurve um Kurve reiht sich aneinander immer enger werden sie, schlimmer als beim Hochfahren. Weit weit in die Ferne schauend sieht man das Meer und den blauen Himmel. Ab dem Wohnmobil hatten wir bis ans Meer keinen Gegenverkehr mehr und waren mutterseelenallein. Herrlich !
Der zweite und zugehörige dritte Pass (Whinlatter und Honister) von Keswick nach Lorton und zurück nach Keswick, den wir auch noch fuhren, war ein Klacks. Die Strasse breit, so dass man kreuzen konnte und wenig Steigung. Dafür dem See entlang und alles mit traumhaftem Sonnenschein.
In Buttermere mit einem Spaziergang zum Wasserfall und See und einer Stärkung im Garten des Dorfpubs der schönen Art.
Die dritte Woche
Freitag, das letzte Cottage ist fällig und wir entschiessen uns bereits heute zu fahren.
So ist es bis zum nächsten nur 300km weit, aber es zieht sich doch sehr in die Länge. Der englische Autobahnverkehr ist mit unserem nicht zu vergleichen. Meist sind es 3 und mehr Spuren, und nebst der Linksfahrerei ist der Schwerverkehr enorm ! Dazwischen tummeln sich die, welche die zweite Spur meiden. Hier gehts dann doch einigermassen vorwärts, ausser einer der Tausenden von LKW's will überholen. Will man also richtig vorwärtskommen, bleibt einem nur noch die ganz rechte Spur. Aber Vorsicht, hier tummeln sich die Jaguars, BMW's und Porsche's, die Aston Martin's und auch die, die meist ganz links fahren. Also wieder zurück auf die zweite Spur und - mit km/h 110, mitschwimmen. Wir benötigen also ca. 5 Stunden für die 300km und kommen aber dann doch noch an.
Unsere Region, im Herzen von England um Persore, bei Stratford-upen-Avon ist interessant und vielseitig. Auch hier wieder Gärten, Abteien, eine megalithische Grabanlage (Belas Knap gefunden 1929 durch Sir James Berry, Wanderung), den Broadway Tower uvm. Super schön ist Broadway mit seinen speziellen Steinhäusern und den vielen Cafés ! Ganz nah Snowshill mit Snowshill Manor und den Lavendelfeldern. Ja auch in England nicht nur in der Provence !! Dann wäre noch Oxford aber etwas weit für einen Tag. Stratford-upen-Avon ist jedoch etwas näher und sehr schön für einen Besuch. Und man kann auch da, wohl auf dem Avon, ein Boot mieten. Für Theater-Gänger wäre eine Vorstellung im RSC vor Ort sicher fällig. Oder aber ein Drink im obersten Stock des Gebäudes (Rooftop Restaurant and Bar) mit Aussicht über die Stadt.
Auch diese Woche endet und so machen wir auf dem Weg nach Folkestone noch einen Canterbury- Bummel. Auch immer wieder super. Dann nochmals ein Stück M20, auf den Zug und rüber nach Calais zum Übernachten. Am Morgen frisch und gut geschlafen zurück nach Hause.
Thomas
Grossbritannien Juni 2011
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